Autoimmunkrankheit Hashimoto: Symptome wie Wechseljahresbeschwerden

Du bist oft müde, erschöpft, hast an Gewicht zu gelegt und leidest unter depressiven Verstimmungen? Das können Symptome der Wechseljahre sein, die auch wieder vergehen mit der Zeit. Es kann aber auch sein, dass die Beschwerden eine andere Ursache haben.

Hashimoto-Thyreoditis: Volkskrankheit Schilddrüsenentzündung

Hast Du schon mal von Hashimoto-Thyreoditis, kurz Hashimoto, gehört? Dabei handelt es sich um eine der am häufigsten vorkommenden Autoimmunkrankheiten. Frauen sind von ihr zehnmal häufiger betroffen als Männern und sie tritt oft in der Lebensmitte während der Wechseljahre auf. Bei Patienten, die an Hashimoto leiden, kommt es zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse. So werden oft nicht mehr genügend Schilddrüsenhormone produziert und es kommt zu einer Unterfunktion. Aber was hat das jetzt alles mit Wechseljahresbeschwerden zu tun, fragst Du Dich? Das Problem ist, dass sich die Symptome der Wechseljahre und die von Hashimoto oft ähneln (1).

Typische Symptome von Hashimoto sind:

  • Müdigkeit
  • Erschöpfung bzw. ausgeprägte Kraft- und Antriebslosigkeit
  • Depressive Stimmungsphasen
  • Gewichtszunahme
  • Erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Neigung zum Frieren
  • Verstopfung

Hashimoto-Thyreoditis oder Wechseljahresbeschwerden: Dein Hausarzt findet es heraus

Das heißt konkret: Wenn mehrere dieser Symptome gleichzeitig neu auftreten, kann auch eine Schilddrüsenerkrankung dahinterstecken. Was kannst Du tun, um das abzuklären? Der erste Weg führt zu Deinem Hausarzt. Er stellt fest, ob eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt. Dazu bestimmt er den sogenannten TSH Wert im Serum, der bei einer Schilddrüsenunterfunktion erhöht ist. Außerdem misst er die Zahl der Antikörper TPO-AK und auch TG-AK, um Hashimoto nachzuweisen. Eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse kann die Diagnose ergänzen.

Hashimoto-Thyreoditis: So verläuft die Therapie

Hat Dein Arzt eine chronische Schilddrüsenentzündung festgestellt, werden etwa 95 Prozent der Hashimoto Patienten mit dem Schilddrüsenhormon L-Thyroxin (T4) behandelt. In manchen Fällen wird auch T3 (Triiodthyronin) verabreicht. Das ist bei Menschen der Fall, deren Körper T4 nicht in T3 umwandeln kann. Das Problem: Oft dauert die richtige Hormoneinstellung recht lange und die Patienten müssen Geduld mitbringen und den Arzt durch ihr Feedback unterstützen.

 

Wichtig sind regelmäßigen Kontrollen beim Hausarzt, auch wenn der Hormonhaushalt gut eingestellt ist und Du Dich gut fühlt.

Mehr zum Thema Hashimoto kannst Du hier auf der Webseite der Apothekenumschau lesen.

 

(1) „Nur“ Wechseljahresbeschwerden oder Hashimoto? Was zur richtigen Diagnose in der hausärztlichen Praxis führt, Dr. Klaus Fleck, Medscape, 28.09.2018