Scheidentrockenheit

Etwa vier von 10 Frauen leiden in oder nach den Wechseljahren unter Scheidentrockenheit. Ursache hierfür ist häufig der sinkende Östrogenspiegel, der unter anderem zu einer verringerten Wasser- und Kollageneinlagerung in den Schleimhäuten führt (1). Zudem bewirkt der Rückgang des Östrogens, dass sich die Döderlein Bakterien, die zur Gesunderhaltung der Schleimhaut beitragen, schlechter in der Vagina ansiedeln können. Dies trägt wiederum zum Gefühl der Trockenheit bei und führt auch dazu, dass sich der vaginale ph-Wert erhöht. Folgen sind Missempfindungen, Infektanfälligkeit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (1), oft in Zusammenhang mit immer wieder auftretenden Blasenentzündungen (2). Auch störender Juckreiz oder Brennen sind häufig genannte Folgeerscheinungen.

Hilfe bei Scheidentrockenheit

Steht die Scheidentrockenheit im Zusammenhang mit dem sinkenden Östrogenspiegel, so kann eine lokale Behandlung mit Östrogen (Vaginaltabletten, Cremes oder Zäpfchen) schnelle Linderung bringen (1,2). Alternativ kann ein Vaginalring verschrieben werden, der von der Patientin selbst eingelegt werden kann und welcher drei Monate im Scheidengewölbe verbleibt (3). Die Östrogenpräparate regen die Durchblutung der Vaginalschleimhaut an und fördern ihre Regeneration. Da die resorbierten Östrogenmengen gering sind, gelten die Nebenwirkungen als vernachlässigbar (1,2).

Zur Pflege der Vaginalschleimhaut können auch verschiedene hormonfreie Produkte zur Anwendung kommen. In Apotheken werden Präparate auf pflanzlicher Basis mit Milchsäure angeboten sowie auf Phytoöstrogenbasis. Die Produkte stehen als Gels, Cremes und Zäpfchen zur Verfügung (1). Ebenfalls wichtig ist die richtige Pflege des Intimbereichs. Hierzu gibt es milchsäurehaltige Waschgels (1), die je nach Alter der Frau und Bedarf (z.B. Waschgel zur Vorbeugung bakterieller Infektionen) einen unterschiedlichen ph-Wert aufweisen. Zur Pflege des Intimbereichs können auch reichhaltige Öle (z.B. Granatapfel-oder Wildrosenöl) eingesetzt werden (1). Rezeptfrei in der Apotheke sind weiter Milchsäurebakterien zur vaginalen Anwendung erhältlich, wodurch Entzündungen vorgebeugt werden können.

Treten Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auf, so können diese durch eine Gleitcreme verringert werden. Allerdings wird ein Heilungsprozess der vaginalen Schleimhaut hierdurch nicht bewirkt.

Tipp: sprich mit Deinem Gynäkologen über Deine Beschwerden und lasse Dir von Deinem Arzt die Therapie empfehlen, mit der Du Dich wohlfühlst. Achte daneben auf eine milde Pflege des Intimbereichs und nutze nur solche Waschgels, die den richtigen ph-Wert aufweisen.

Quellen

  1. Engelsing A-M., Alternativen zur Hormontherapie, Vaginale Athropie nach der Menopause, Springer- Verlag; 2012: Volume 17, Issue 3, pp 30-30l,
  2. Schwenkhagen A. et al, Kompass Wechseljahre, Stuttgart: Trias- Verlag; 2015:99
  3. Apperger C. Wechseljahre, Stuttgart: Deutscher Apotheker -Verlag; 2017:70.