Was ist dran an Fasten, Detox und Entschlacken?

Wir Menschen sehnen uns nach einem langen, gesunden Leben. Mehr noch – wir wünschen uns einen vitalen und schlanken Körper bis ins gehobene Alter. Dadurch versprechen wir uns Wohlbefinden und Glück. Neben Sport und gesunder Ernährung hören wir immer wieder vom Fasten, Entschlacken und von Detox-Kuren. Was steckt hinter den Begriffen und was bringt wirklich einen Mehrwert?

Das Jahrhunderte alte – früher rein religiös motivierte – Fasten, die teilweise oder völlige Enthaltung von Nahrung, dient heute häufig nicht mehr nur der disziplinierenden Enthaltsamkeit, sondern eben dem zuvor genannten Streben nach einem langen und gesunden Leben.

Detox- und Entschlackungs-Kuren sind meist weniger radikal als das Fasten. Hierbei ersetzen häufig bestimmte Mixturen oder Säfte die Nahrung, oft gepaart mit Anwendungen aus dem Wellness Bereich. Obwohl mehr und mehr wissenschaftlich belegt aber auch widerlegt wird, verkaufen sich Magazine mit eher fragwürdigen Ratschlägen weiter ebenso gut wie teure Detox Produkte und Kuren.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Fasten lassen sich sehen: Positive Effekte auf die Lebensdauer und die Lebensqualität, die Behandlung von Krebs und die Alzheimer Prävention sind nur einige davon. Jedoch lässt sich mit dem reinen Verzicht auf Nahrung nicht so viel Geld verdienen.

Bereits 1915 zeigten Versuche an der Yale Universität, dass regelmäßig fastende Ratten deutlich länger lebten. Vor Kurzem wurde in den Zeitschriften Nature und Science beschrieben, dass in Nagetieren durch Fasten das Gen Sirtuin 1 aktiviert wird, welches Fett aus dem weißen Fettgewebe löst. Genau diese Reduktion des weißen Fettgewebes führt zu einer geringeren Hormonproduktion und zu einer längeren Lebenserwartung. Der Körper schaltet von Fortpflanzung auf langes Überleben um.

Neben dem mehrtägigen oder mehrwöchigen Fasten gibt es aktuell den Trend zum Intervall- oder Kurzfasten. Hierzu ein Versuch an Mäusen: Einer Gruppe von Mäusen wird 24 Stunden lang eine große Menge an Futter vorgesetzt – die Mäuse fressen rund um die Uhr alles auf, werden fett und leiden an Diabetes. Eine zweite Gruppe bekommt die gleiche Menge an Futter, darf diese aber in nur 10-12 Stunden fressen, den Rest der Zeit wird „gefastet.“ Ergebnis: Die Tiere bleiben schlank und gesund.

Frank Madeo, Biochemiker an der Universität Graz, praktiziert und propagiert das acht Stunden essen 16 Stunden fasten Prinzip oder alternativ fünf Tage essen, zwei Tage Fasten oder im Wechsel ein Tag essen und ein Tag fasten.

In Greifswald wird momentan am positiven Effekt des Fastens auf die Alzheimer Prävention geforscht. Die Ergebnisse sind vielversprechend und zeigen, dass die beim Fasten entstehenden sog. Kalorienreduktions-Mimetika vor der Entstehung von Alzheimer schützen. Diese Mimetika können auch als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, für diejenigen, die das Fasten umgehen wollen.

Nicht zuletzt erscheinen in den letzten Jahren immer wieder Studien zum Thema Fasten im Zusammenhang mit Krebstherapie und -prävention. So veröffentlichte die Berliner Charité in 2013 den Artikel „Zucker-Entzug lässt Tumorzellen sterben.“ In diesem wird beschrieben, dass Tumorzellen die nach der Chemotherapie nicht abgestorben sind, sondern ruhen, durch Hemmung der Energiezufuhr absterben, wobei normales Gewebe darunter nicht leidet. So kann ein erneuter Ausbruch der Krankheit verhindert werden.

Und was sagt die Wissenschaft zu Detox und Entschlacken?

Laut Simon Brookes von der australischen Flinders Universität, schaffen es unsere Organe, sprich Niere, Darm und Leber selbstständig und ohne jegliche Kur, Gifte, die wir aufnehmen entweder zu neutralisieren oder zu entfernen. Auch Schlacken gibt es nicht, so Bischoffs von der Uni Hohenheim, bestätigt durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.

Schlacke meint eigentlich einen Verbrennungsrückstand in einem Ofenrohr und wurde in den 30-er Jahren zum ersten Mal von dem Arzt Otto Buchinger mit dem menschlichen Körper in Verbindung gebracht. Jedoch ist unser Darm kein starres Ofenrohr, sondern ein „ausscheidendes“ Organ, genau wie Niere und Leber, welches keine Schlacken entstehen lässt.

Fazit

Fasten kann die Vitalität verbessern, die Lebensdauer verlängern, präventiv gegen Alzheimer wirken und die Krebstherapie unterstützen. Giftstoffe werden von unserem Körper selbstständig entsorgt. Eine Detox- oder Entschlackungskur benötigen wir hierfür nicht.

Autorin dieses Beitrags: Katja Ziegenaus
www.yogamodeblog.com