Was ist Hormon-Yoga?

Hormon-Yoga fördert das Wohlbefinden von Frauen in Phasen hormoneller Dysbalancen. Es wird insbesondere in den Wechseljahren, bei Menstruationsproblemen und auch bei Kinderwunsch eingesetzt.

Hormon-Yoga kann eine wirkungsvolle und therapeutische Form des Yoga sein. Es dient nicht nur – wie etwa Hatha-Yoga – der Gesunderhaltung und der Vorbeugung von Krankheiten. Vielmehr besteht der Zweck  darin, Mangelerscheinungen oder bestimmte Symptome zu korrigieren. In den Wechseljahren steht beim Hormon-Yoga die Ankurbelung des Hormonhaushaltes im Mittelpunkt.  Hierdurch werden die typischen Begleiterscheinungen gelindert, Krankheiten im Zusammenhang mit dem Rückgang der Östrogenproduktion vorgebeugt und das körperliche und geistige Wohlbefinden gesteigert.

Hormon-Yoga ist eine Kombination aus einzelnen Yoga-Übungen. Diese kommen zum Teil aus dem bekannten Hatha-Yoga, das insbesondere durch vitalisierende Halteübungen (Asanas) und begleitende Atemtechniken (Pranayamas) geprägt ist. Weiter fließen dynamische Übungen aus dem Kundelin-Yoga mit ein. Die Übungen werden mit bewusster, mentaler Energielenkung kombiniert, welche auf einer tibetischen Energetisierungstechnik beruht. Einige Elemente des Hormon-Yoga sind vielen Yoga Praktizierenden bereits bekannt, wie etwa der der Drehsitz, der Schulterstand oder auch die Taube. Diese ganz besondere Kombination aus körperlichen Übungen, Atemtechniken und bewusster Energielenkung lässt ein intensives, energetisches und verjüngendes Zusammenspiel entstehen.

Wie wirkt Hormon-Yoga?

Im Yoga spielen die Chakren eine wichtige Rolle. Der Begriff Chakra kommt aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt „Rad“ oder „Wirbel“. Nach der Lehre des tantrischen Hinduismus und des Yoga (sowie einiger weiterer Lehren) muss man sich die Chakren als Energiezentren in unserem Körper vorstellen. Diese ziehen sich vom Scheitel bis zum Beckenboden entlang der Wirbelsäule durch unseren Körper. Die Chakren haben die Aufgabe, unseren Körper und Geist mit Lebensenergie (Prana) zu versorgen. Weiter sollen die Chakren für die Übertragung von Energie und Informationen zwischen Körper und Geist sorgen. Seit Jahrtausenden kommt den 7 Hauptchakren beim Yoga eine besondere Bedeutung zu.

Hormon-Yoga bewirkt eine Öffnung und Aktivierung der Chakren, wodurch mehr Lebensenergie fließen kann. Diese Energie wird dann  gezielt zu den hormonbildenden Organen und Drüsen geleitet. Hier spielen die Hypophyse, die Schilddrüse, die Nebennierenrinden und die Eierstöcke eine besondere Rolle. Die Übungen  werden durch die begleitende Atmung intensiviert. Eingesetzt wird vor allem die kraftvolle Bhastrika Atmung (auch Blasebalg Atmung genannt, da man bewusst und tief in den Bauch hineinatmet) und die Ujjayi Atmung (bei der man bei der Ausatmung einen reibenden Laut in der Kehle entstehen lässt). Bei der Ausführung der  Übungen mit der gezielten Atmung werden die Hormonzentren im Körper massiert, stimuliert und zur Produktion angeregt.

Aber wie landet die freigesetzte Energie nun genau an dem hormonbildenden Organ wo sie benötigt wird, zum Beispiel an den Eierstöcken? Hierzu wird während der Übungen ergänzend die bereits erwähnte bewusste Form der Energielenkung angewandt. Das Fließen der Energie an die Stelle, wo sie benötigt wird, wird quasi visualisiert. Die Atmung unterstützt diesen Prozess sehr hilfreich, indem die Energie beispielsweise bewusst zu den Eierstöcken geatmet wird.

Neben der Stimulierung der Hormonproduktion trägt Hormon-Yoga auch zur Kräftigung und Dehnung der Muskulatur bei und fördert die körperliche Haltung und Flexibilität.

Weiter fördert Hormon-Yoga die seelische Balance und den Stressabbau. Auch zu viel Stress behindert die hormonbildenden Organe und Drüsen bei ihrer Arbeit. Meditative Elemente und eine Entspannungseinheit am Ende der Hormon-Yoga Einheit sind daher wesentliche Elemente jeder Übungsreihe.

Die Zielsetzung von Hormon-Yoga auf einen Blick:1

Wirkung auf physischer Ebene:

  • Sanfte Kräftigung der Muskulatur
  • Haltungskorrektur
  • Erhöhung der Flexibilität und Bewegungsfreiheit
  • Körpermodellierung
  • Kräftigung der Knochen

Wirkung auf physiologischer Ebene:

  • Aktivierung der Hormonerzeugung und folglich
  • Verringerung der Intensität der Wechseljahressymptome
  • Vorbeugung gegen Krankheiten, die durch Hormonrückgang verursacht werden
  • Harmonisierung der Funktion des Organismus im Ganzen

Wirkung auf psychischer Ebene:

  • Bekämpfung von Stress, Depressionen und Schlaflosigkeit und anderen häufigen Problemen in den Wechseljahren

Wirkung auf energetischer Ebene:

  • Aktivierung der individuellen Energie (Chakras)
  • Verbesserung der Aufnahmen und Verteilung von Prana
  • Revitalisierung der für die Hormonerzeugung verantwortlichen Organe
  • Steigerung der Vitalität und des Wohlbefindens

Woher kommt Hormon-Yoga?

Entwickelt wurde Hormon-Yoga unter dem Begriff der hormonellen Yoga-Therapie im Jahr 1992 von der Brasilianerin Dinah Rodrigues. Die studierte Philosophin und Psychologin hat die hormonelle Yoga-Therapie konzipiert, um den unterschiedlichen Beschwerden in der Menopause, die auf die Senkung des Hormonspiegels zurückgehen, ganzheitlich zu begegnen. Die von Dinah Rodrigues erschaffene Yogaform wird noch heute von ihr so gelehrt. Zugleich haben Yogalehrer in vielen Ländern das Konzept aufgegriffen und Variationen entwickelt. Hierdurch werden sie den Bedürfnissen ihrer Schüler und dem jeweiligen kulturellen Umfeld gerecht.

Wann dürfen Sie kein Hormon-Yoga praktizieren?

Da Hormon-Yoga starke Wirkungen entfalten kann, ist in der Schwangerschaft sowie 3 Monate danach von Hormon-Yoga abzuraten. Das gilt auch für hormonell bedingten Brustkrebs und akute Bandscheibenvorfälle. Bei vorangegangener Totaloperation (Hysterektomie), bei größeren Myomen, fortgeschrittener Endometriose, schwerer Osteoporose und nach Herzoperationen sollte zunächst die ärztliche Erlaubnis eingeholt werden. Bei Bluthochdruck und Schilddrüsenüberfunktion müssen die Übungen des Hormon-Yoga entsprechend angepasst werden.

Unser Tipp:

Um schnell spürbare Erfolge zu erzielen und ein gesteigertes Wohlbefinden zu erreichen, sollte Hormon-Yoga ganz regelmäßig und auf jeden Fall mehrmals in der Woche praktiziert werden. Viel Freude beim Training und genieße es!!

Quelle

  1. Dinah Rodrigues, Hormon-Yoga, Das Standardwerk zur hormonellen Balance in den Wechseljahren, 19. Auflage, Juli 2017, Seite 52, 53

Autorin dieses Beitrags: Bettina Bantleon, Hormon-Yoga-Spezialistin
www.muenchen-hormonyoga.de