Was ist Osteoporose?

Die menschlichen Knochen sind kein starres und unflexibles Gebilde, sondern befinden sich von Geburt an ständig im Umbau (1). Wird aufgrund einer Demineralisierung des Knochens (2) zu viel Knochensubstanz und -struktur abgebaut, entwickelt sich eine Osteoporose, die zu vermehrten Knochenbrüchen führt. Besonders häufig sind Frakturen an den Wirbelkörpern, am Handgelenk und am Oberschenkelhals. Jede dritte Frau in der Postmenopause erkrankt an Osteoporose. Dabei macht sich der Verlust der Knochenmasse vor allem in den ersten 10-15 Jahren nach der Menopause bemerkbar. Im ersten Jahrzehnt nach der Menopause kann die Knochendichte um 3,5% jährlich abnehmen. Danach verlangsamt sich die Geschwindigkeit des Knochenverlusts wieder. Dieser liegt bei 70jährigen Frauen dann noch bei etwa 1% pro Jahr (3).

Welche Risikofaktoren gibt es?

Zu den allgemeinen Risikofaktoren für die Entstehung einer Osteoporose zählen insbesondere:

  • Alter und Geschlecht
  • zu wenig Bewegung, mangelnde Aktivität
  • ungesunde Ernährung
  • Calcium- und Vitamin-D-Mangel
  • Medikamente (wie z.B. Cortison)
  • Krankheiten, die den Knochen schwächen
  • familiäre Vorbelastung
  • niedriges Körpergewicht
  • Rauchen und/oder übermäßiger Alkoholgenuss (4)

Zudem kann Osteoporose auch durch andere Erkrankungen (z. B. Störung der Schilddrüsenfunktion oder Bewegungseinschränkungen) oder durch bestimmte Arzneimitteltherapien ausgelöst werden. In diesen Fällen spricht man von einer sekundären Osteoporose. (5)

Bei Frauen wird die Osteoporose zusätzlich durch den Wegfall der Östrogenwirkung in der Postmenopause begünstigt. Ein Zusammenspiel mehrerer Einzeleffekte von Östradiol entfaltet eine aufbauende Wirkung auf die Knochen (3), welche mit Beginn der Postmenopause entfällt (siehe nachfolgende Darstellung):

Bildquelle: International Osteoporosis Foundation (2013): Frauen nach der Menopause: Achten Sie auf Ihre Knochen! Seite 9

Osteoporose erkennen:

Besteht der Verdacht einer Osteoporose, wird eine sogenannte Basisdiagnostik mit den nachfolgenden Bausteinen empfohlen (6):

  • Anamnese:
    In der Anamnese wird das Risikoprofil in Bezug auf eine Osteoporose und gezielt Risikofaktoren für Knochenbrüche abgefragt. Es wird auch geklärt, wo die Schmerzen sitzen und wie intensiv sie sind. Gibt es Hinweise darauf, dass die Osteoporose von einer anderen Erkrankung ausgelöst wurde? Bei älteren Patienten: Wie sieht es mit der Muskelkraft, der Koordination und der Beweglichkeit aus?
  • Klinischer Befund:
    Es wird die Gesamtfunktion des Bewegungsapparats überprüft, insbesondere die Wirbelsäule unter Berücksichtigung der Körpergröße, Statik und möglicher Fehlfunktionen.  Auch neurologische Aspekte gehören dazu.
  • Knochendichtemessung zur Beurteilung des Frakturrisikos:
    Die Knochendichte wird standardmäßig mit Hilfe einer DXA Messung ermittelt. Dabei durchdringen geringe Mengen von Röntgenstrahlen den Körper, um den Mineralgehalt zu ermitteln. Der Knochenmineralgehalt steht in direkter Beziehung zur Knochenfestigkeit.
  • Erfassung von Wirbelkörperfrakturen bei Rückenschmerzen:
    Eine weitere bildgebende Diagnostik wird vor allem bei akuten, neu auftretenden und/oder tagelang anhaltenden Rückenschmerzen empfohlen und auch bei chronischen, nicht abgeklärten Rückenschmerzen.
  • Labor (Blutwerte):
    Zur Erfassung von Risikofaktoren und sekundären Osteoporosen.

Osteoporose vorbeugen:

Hier einige Tipps zum Erhalt gesunder Knochen:

  • Kalziumreiche Ernährung:
    Kalzium ist das wichtigste Mineral zur Verhütung und Behandlung von Osteoporose. Über 1 kg Kalzium befindet sich im Körper eines Erwachsenen, 99% davon in den Knochen (7). Auch nach der Menopause ist es noch nicht zu spät, um mit einer knochenbewussten Ernährung zu beginnen. Reich an Kalzium sind zum Beispiel Milch und Milchprodukte (insbesondere fettarme Trinkmilch, harter Käse und Mozzarella) (7). Allerdings gibt es Stimmen, die sich aus verschiedenen Gründen gegen Milchprodukte als Hauptlieferant von Kalzium wenden (8). Weitere Kalziumlieferanten sind z.B. frisches grünes Gemüse, Obst und auch Getreideprodukte (mit Ausnahme von Weißbrot und ähnlich aufbereiteten Brotwaren). Mineralwasser trägt bei hohem Kalziumgehalt ebenfalls zu einer positiven Kalziumbilanz bei (7).
  • Ausreichende Vitamin D Zufuhr:
    Verfügt der Körper über ausreichend Vitamin D, können Kalzium und Phosphat besser aus dem Darm resorbiert werden (7). Besonders in den Wintermonaten solltest du möglichst viel Zeit in der Sonne verbringen, da Sonnenlicht für die körpereigene Vitamin D Produktion erforderlich ist. Zudem erscheint die regelmäßige Einnahme von Vitamin D Tabletten sinnvoll, sprich Deinen Arzt hierauf an.
  • Andere Vitamine:
    auch Vitamine wie zum Beispiel Vitamin C, A, K, B12 und Folsäure sind für die Gesunderhaltung der Knochen wichtig (7).
  • Bewegung:
    Für die Muskel- und Knochengesundheit sind die Bewegungskomponenten Balance, Dehnung, Kraft und Leistung die entscheidenden Größen. Die besten Übungen für die Knochen sind solche, die gegen die Schwerkraft gerichtet sind: Treppen steigen, Nordic Walking, Tanzen, Laufen, Bergwandern, Skilanglauf, vorsichtiges Gewichte heben und Sprungübungen (7).

Unser Tipp für weiterführende Lektüre:

International Osteoporosis Foundation (2013): Frauen nach der Menopause: Achten Sie auf Ihre Knochen! (PDF)

Quellen

  1. Anneliese Schwenkhagen et al. Kompass Wechseljahre. Stuttgart: Trias Verlag, 2015: 143
  2. Christakos S, et al. Vitamin D and intestinal calcium absorption. Molecular and Cellular Endocrinology. 2011; 347 (1–2): 25-29.
  3. Apperger C. Wechseljahre. Stuttgart: Deutscher-Apotheker-Verlag. 2017; 41.
  4. Poole K, et al. Osteoporosis and its management. BMJ. 2006; 333(7581): 1251–1256.
  5. Mirza F, et al. Secondary Osteoporosis: Pathophysiology and Management. Eur J Endocrinol. 2015; 173(3): R131–R151.
  6. Dachverband Osteologie e.V. (DVO). Entwurf Leitlinie Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose 2017, Langfassung: 135 ff.
  7. Bartl R. Osteoporose. Stuttgart: Georg Thieme Verlag. 2011: 59.
  8. Harvard, T.H.Chan School of Public Health. Calcium: What’s Best for Your Bones and Health? [Internet]. zitiert am: 26. März 2018 https://www.hsph.harvard.edu/nutritionsource/calcium-full-story/.