Estradiol-Pflaster verringern Depressionen in der Perimenopause – besonders bei Stress

Die Phase der Wechseljahre wird mit einem 2-4fach höherem Risiko assoziiert, an einer schweren Depression zu erkranken. Die Gründe hierfür sind noch nicht vollständig erforscht. Der schwankende Estradiolspiegel in dieser Zeit scheint von Einfluss zu sein.

Wir möchten Dir heute von einer Studie der Universität von Regina, Kanada, berichten, die von Dr. Jennifer Gordon geleitet wurde1. Untersucht wurde die Frage, ob Estradiol Pflaster depressive Verstimmungen während der Wechseljahre verhindern können. Es gab vorher schon mehrere Studien, in denen die Wirkung von Estradiol im Zusammenhang mit depressiven Verstimmungen untersucht wurde. Dies ist jedoch die erste Studie, die der Frage nachgeht, inwieweit Estradiol in der Perimenopause Depressionen bei Frauen verhindert, die zu Beginn dieser Phase nicht mit psychischen Problemen zu kämpfen hatten.

Studienaufbau

An der Studie nahmen 172 Frauen im Alter zwischen 45 und 60 Jahren teil. Alle befanden sich in der Perimenopause oder in der frühen Postmenopause. Keine der Teilnehmerinnen nahm bei Studienbeginn Medikamente gegen Depressionen ein oder litt an psychischen Störungen. Eine zufällig ausgewählte Gruppe von 86 Teilnehmerinnen erhielt ein Estradiol-Pflaster (E 2) (0,1 mg). Die Kontrollgruppe der weiteren 86 Teilnehmerinnen erhielt ein Placebo-Pflaster. Die Dauer der Studie betrug 12 Monate. In dieser Zeit fanden alle 2 Monate Kontrollen der Teilnehmerinnen statt.

Ergebnis der Studie

Bei den Frauen, die ein Placebo erhielten, konnten in der Studie deutlich häufiger messbare Symptome einer Depression nachgewiesen werden (CES-D Score). Die 12-monatige Anwendung von E2-Pflastern verminderte das Auftreten von klinisch signifikanten depressiven Symptomen bei anfänglich beschwerdefreien Frauen in der Perimenopause deutlich. Bei Frauen in der Postmenopause konnte dieser positive Effekt nicht mehr nachgewiesen werden.

Eine neue Erkenntnis war: Der positive Effekt der Estradiol-Pflaster konnte insbesondere bei den Frauen beobachtet werden, die in einer „stressigen“ Lebensphase waren.

Quelle

  1. J. Gordon, u.a., Antidepressant Effects of Transdermal Estradiol in the Menopause Transition are Moderated by Stressful Life Events, Poster Presentations (NAMS, 2017, Abstract S. 23)