Was sind eigentlich Phytoöstrogene und lindern sie Wechseljahresbeschwerden?

Viele Frauen nehmen in den Wechseljahren Phytoöstrogene als rezeptfreies Mittel ein oder achten in dieser Zeit darauf, dass ihre Ernährung reich an Phytoöstrogenen ist. Phytoöstrogene sind chemische Verbindungen, die in bestimmten pflanzlichen Zelltypen vorkommen. Auch die im Zusammenhang mit Wechseljahresbeschwerden häufig empfohlenen Isoflavone zählen zu den Phytoöstrogenen.

Beschwerden in den Wechseljahren, wie etwa Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen, scheinen insbesondere durch die Verlangsamung der Hormonproduktion, vor allem von Progesteron und Östrogen ausgelöst zu werden. Während die erste Phase der Wechseljahre in der Regel durch den Rückgang des Progesterons gekennzeichnet ist und der Östrogenspiegel noch höher ist, schließt sich in den nächsten Phasen der Wechseljahre auch ein Rückgang der Östrogenproduktion an. Phytoöstrogene (u.a. Isoflavone) können hier einen gewissen Ausgleich ermöglichen. Tatsächlich sind Phytoöstrogene in der Lage, an den menschlichen Rezeptoren für Östrogene anzudocken, allerdings mit geringerer Bindungswirkung. Es spricht vieles dafür, dass eine Ernährung, die reich an Phytoöstrogenen ist, durchaus Beschwerden wie Hitzewallungen etc. lindern kann, hierfür sind etwa 50 g Isoflavone pro Tag erforderlich. Allerdings ist die lindernde Wirkung noch nicht befriedigend wissenschaftlich belegt.

Folgende Lebensmittel sind besonders reich an Isoflavonen:

Lebensmittel

Gehalt an Isoflavonen in mg pro 100g

Sojabohnen

50 – 100 mg

Rotwein

30 – 50 mg

Tofu

15 – 50 mg

Bier

15 – 50 mg

Sojamilch

5 – 10 mg

Sojasprossen

etwa 4,5 mg

Hülsenfrüchte (außer Soja)

0 – 8 mg

Obst/Gemüse

0 – 0,2 mg

Tee, schwarz

0,1 mg

Quelle: niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (vereinfachte Darstellung)

Es ist wichtig zu erwähnen, dass zahlreiche Experten seit Jahren davor warnen, sog. isolierte Phytoöstrogene (zum Beispiel in Form von Kapseln) einzunehmen, die z.B. auf der Basis von Rotklee oder Soja angeboten werden, was unter anderem mit der unterschiedlichen und zum Teil zu hohen Dosierung der Isoflavone in diesen Präparaten zusammenhängt. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt seit 2007 vor der Einnahme.

Was Dir in jedem Fall gut tut, ist eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst und Gemüse sowie kalziumhaltige Lebensmittel wie Milchprodukte oder Käse. Auch Nüsse, gute Öle, Fisch aus nachhaltiger Fischerei und ab und zu ein Stück Fleisch tragen zu einer gesunden Kost bei. Probiere auch aus, ob Tofu und Sojamilch in Deinen ausgewogenen Speiseplan integriert, Deine Beschwerden lindert.

Unser Frühstücks-Tipp:

Unter den Früchten ist besonders der Granatapfel reich an Phytoöstrogenen. Das mimeno Team liebt ein Frühstück aus Naturjoghurt (am liebsten cremig gerührt), etwas Granatapfelsamenöl (achte hier auf gute Qualität), frische Granatapfelkerne, etwas flüssigen Honig und ein paar Cashewkerne. Wenn Dich das nicht ausreichend sättigt, kannst Du noch etwas Bio- Amaranth Müsli unterheben. Dazu eine Tasse Kaffee (kleine Sünden müssen sein) und der Tag kann starten!!