Die drei Phasen der Wechseljahre:
Prä-, Peri- & Postmenopause

Jede Frau ist individuell und erlebt die Wechseljahre Phasen anders. Etwa ein Drittel der Frauen in den Wechseljahren hat keine Beschwerden und spürt die Hormonumstellung gar nicht wirklich. Ein weiteres Drittel empfindet moderate Begleiterscheinungen und nur ein Drittel klagt über starke Beschwerden. Doch unabhängig davon, in welchem Alter die Hormonumstellung bei Ihnen beginnt und wie stark Sie diese persönlich empfinden, lassen sich die Wechseljahre bei jeder Frau in drei Phasen unterteilen.

Phase 1: Prämenopause

Diese Phase wird auch als der Vorbote der Wechseljahre bezeichnet. Die Prämenopause kann sich über mehrere Jahre hinziehen und liegt meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr.

In dieser Zeit reagieren die Eierstöcke nicht mehr so exakt auf die Steuerungshormone der Hypophyse, das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH). Da FSH und LH den Reifeprozess des Follikels bis hin zum Eisprung steuern, kommt es in dieser Phase nicht mehr in jedem Zyklus zu einem Eisprung. Nach einem Eisprung wird aus dem Rest des Follikels der sogenannte Gelbkörper gebildet, der wiederum Voraussetzung für die Progesteronproduktion ist. Der fehlende Eisprung führt folglich zum Wegfall der Gelbkörperreifung. Daher ist die Prämenopause insbesondere durch den Rückgang von Progesteron gekennzeichnet. Der Östrogenspiegel beginnt in dieser Zeit zwar auch zurückzugehen, jedoch langsamer als das Progesteron, weshalb hier vielfach wegen des Ungleichgewichts zwischen Progesteron und Östrogen von einer Östrogendominanz gesprochen wird.

Der Zyklus ist in dieser Phase vielfach noch regelmäßig. Verkürzte Zyklen können ein Indiz dafür sein, dass in dem Monat kein Eisprung stattgefunden hat. Die Blutungen können in der Prämenopause entweder schwächer werden oder sehr stark sein, was häufig zu einer deutlichen Beeinträchtigung im Alltag führt.

Neben den veränderten Blutungen sind nächtliches Schwitzen, das Gefühl der Antriebslosigkeit oder auch der fehlenden Freude typische Symptome in der Prämenopause. Der alte Schwung scheint nicht mehr da zu sein. Häufig berichten Frauen auch von einem Spannungsgefühl in der Brust (Mastodynie), von Kopfschmerzen oder von einer verringerten Schlafqualität. Zudem können Wassereinlagerungen auf einen Progesteronmangel hinweisen.

Phase 2: Perimenopause

Die Perimenopause ist die Phase, die etwa 1 bis 2 Jahre vor der letzten Blutung beginnt und etwa ein Jahr danach endet. In der Regel spielt sich diese Phase um das 50. Lebensjahr herum ab. Die Follikelreifung in den Eierstöcken versiegt jetzt und es kommt immer seltener zu einem Eisprung. Weil der Körper aber versucht die versiegende Follikelreifung anzuregen, steigen die FSH- und LH-Werte im Blut. Neben der weiteren Reduktion der Progesteronproduktion – mangels Gelbkörperreifung – geht jetzt auch die Produktion von Östrogen in den Eierstöcken deutlich zurück.

Frauen berichten in dieser Zeit vor allem über Hitzewallungen, die auf den Rückgang der Östrogene zurückzuführen sind, da der Östrogenspiegel ein Faktor bei der Steuerung des Wärmezentrums im Zwischenhirn ist. Hitzewallungen werden als plötzlich auftretendes Wärmegefühl an Hals, Nacken, Brust, Rücken und Oberarmen beschrieben, oft mit Rötungen oder Schweißausbruch einhergehend. Hitzewallungen dauern in der Regel etwa 30 Sekunden bis 3 Minuten an. Schlafstörungen, in Form von Einschlaf- oder Durchschlafproblemen, Spannungsgefühl in der Brust und Stimmungsschwankungen können weitere typische Begleiterscheinungen der Perimenopause sein.

Phase 3: Postmenopause

Die Postmenopause ist die Phase, die auf die Perimenopause folgt und diese kann wiederum mehrere Jahre dauern. Der gesamte Prozess der Wechseljahre dauert in etwa 10 bis 15 Jahre. Die Produktion von Progesteron und Östrogen ist nun auf ein Minimum abgefallen. Die Gonadotropine FSH und LH steigen nun deutlich an. Typischerweise ist der Anstieg von FSH ausgeprägter als von LH.

Zusätzlich zu den Beschwerden in der Perimenopause kann es beispielsweise zu trockenen Schleimhäuten, Osteoporose und Harnwegsproblemen (Harninkontinenz oder wiederholte Blasenentzündungen) oder auch Haarausfall kommen. Vermehrt treten jetzt auch Herz- Kreislaufprobleme auf. Viele Frauen schlafen auch während der Postmenopause nicht gut ein oder durch.

Unser Rat

Nutze diese Jahre ganz bewusst für Dich. Lerne, auf Deinen Körper zu hören und achtsam mit Dir umzugehen. Wann treten die Beschwerden auf und was hat mir in den letzten Wochen mal geholfen? Vielleicht tut Dir Yoga gut oder Du liebst die neue Routine eines morgendlichen Spaziergangs. Viele Frauen interessieren sich jetzt für Meditationstechniken oder erlernen Atemtechniken. Probiere Dinge für Dich aus und lerne Dich neu kennen.