Wechseljahre und Arbeitsalltag: Was sich in Zukunft ändern muss

Für viele Frauen sind die Wechseljahre eine schwierige Zeit. Viele kämpfen mit Beschwerden  – deren Schwere und Dauer von Frau zu Frau variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Hitzewallungen
  • Kopfschmerzen
  • Gedächtnis- oder Konzentrationsprobleme
  • und Stimmungsschwankungen.

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Besonders knifflig wird es jedoch, wenn Frauen während der Arbeitszeit unter Symptomen leiden. Dazu gibt es interessante Zahlen. So zeigen Untersuchungen, dass zwei Drittel der befragten Frauen über moderate bis schwerwiegende Auswirkungen der Wechseljahre auf ihre Arbeit berichteten. Es kommt sogar vor, dass Frauen deshalb ihren Job ganz aufgeben. Das Thema ist also wirklich relevant. Besonders in Hinsicht darauf, dass Frauen in dieser Altersgruppe immer öfter arbeiten. In Großbritannien beträgt zum Beispiel die Beschäftigungsquote für Frauen über 50 Jahre 67,2 Prozent. Im Jahr 2008 waren es noch 58,3 Prozent.

Wechseljahresbeschwerden im Joballtag: Emotionale Probleme, Scham und fehlende Empathie

48 Prozent der Frauen, die an den Wechseljahren leiden, klagen über „negative Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit und Stimmung“. Das ergab eine Studie aus Großbritannien von 2018. Dabei empfinden viele die emotionalen Symptome belastender als die körperlichen Beschwerden.

Untersuchungen zeigen auch immer wieder, dass viele Frauen es peinlich finden, am Arbeitsplatz über die Wechseljahre zu sprechen. Dabei haben sie vor allem Angst davor, von Führungskräften herabwürdigend behandelt zu werden.

Das Problem: An den meisten Arbeitsplätzen fehlt es sowohl an praktischer Unterstützung als auch an der nötigen Empathie, um Frauen die Menopause zu erleichtern. Hier muss sich dringend etwas ändern. Es kann nicht sein, dass Frauen sogar ihren Job aufgeben, weil sie ihr berufliches Umfeld nicht dabei unterstützt, mit Wechseljahresbeschwerden umzugehen.

Wechseljahre und Berufstätigkeit: Was sich in Zukunft ändern muss

Doch es gibt Hoffnung. In einigen zukunftsorientierten Organisationen entstehen jetzt Initiativen, die Frauen in dieser Lebensphase unterstützen. Es gibt sogar eine kleine Anzahl an Unternehmen, vor allem in Großbritannien, die eine formelle Agenda mit Maßnahmen rund um den Übergang in die Menopause entwickelt haben. Aber es bleibt noch viel zu tun. Folgende Maßnahmen sollten Unternehmen in Zukunft umsetzen:

  1. Offene Gesprächskultur

Die meisten Frauen wünschen sich ein offenes und vertrauensvolles Arbeitsumfeld, in dem sie über die Menopause sprechen können.

Damit das gelingt, müssen Führungskräfte und Mitarbeiter über das sensible Thema informiert sein. Nur so können sie Verständnis entwickeln. Dieser Wissenstransfer hilft auch dabei, die bisher herrschende Kultur zu verändern – besonders in Arbeitsfeldern, die männlich geprägt sind.

  1. Einfache Schritte ändern viel

Viele körperliche Symptome lassen sich durch einfache Maßnahmen lindern. So wären schon eine bessere Belüftung oder Temperaturkontrollen hilfreich, um besser mit Hitzewallungen zurechtzukommen. Hier hilft es auch, wenn Arbeitskleidung aus natürlichen Materialen besteht.

  1. Wir brauchen flexible Arbeitszeiten

Sind die Symptome der Menopause belastend, ist es für Frauen besonders wichtig, flexibel zu sein. Zum Beispiel, indem sie von einer Vollzeitstelle auf Teilzeit wechseln oder zu verschiedenen Zeiten arbeiten können.

So helfen ein paar einfache Änderungen Unternehmen dabei, die Menopause für Frauen leichter machen. Und das hilft wiederum ihnen dabei, erfahrene und fähige Mitarbeiterinnen nicht zu verlieren. Insgesamt also starke wirtschaftliche und soziale Argumente, Frauen in der Lebensmitte zu unterstützen, damit sie weiterhin ihrem Beruf nachgehen können.