Hitzewallungen: Yoga und Akupunktur reduzieren die Wechseljahresbeschwerden um 35 bis 40 Prozent

Kennst Du das auch? Wie aus dem Nichts überkommt Dich ein Hitzeschwall. Dein Gesicht rötet sich und der Schweiß bricht aus. Regelmäßige Hitzewallungen belasten viele Frauen in den Wechseljahren. Die gute Nachricht: Du kannst aktiv etwas gegen die Beschwerden tun. Regelmäßige Yoga-Übungen und Akupunktur senken die Beschwerden um 35 bis 40 Prozent. Das zeigt eine medizinische US-Studie aus dem vergangenen Jahr.

Facts: Wer leidet unter Hitzewallungen?

In der Perimenopause leiden etwa 75 Prozent aller Frauen unter Hitzewallungen und Nachtschweiß. Später in der Postmenopause gehen die Beschwerden oft zurück. Dabei scheinen Frauen aus westlichen Ländern häufiger mit dieser vasomotorischen Störung zu kämpfen zu haben, als Frauen aus Fernost (1). Patientinnen, die vor dem natürlichen Eintritt der Menopause ihre Ovarialfunktion verlieren – zum Beispiel durch antiöstrogen wirkende Medikamente oder durch einen chirurgischen Eingriff – leiden besonders stark unter den Beschwerden (2). Wer raucht oder Übergewicht hat, ist ebenfalls häufiger von Hitzewallungen betroffen als normalgewichtige Frauen und Nichtraucherinnen (3)

Symptome: So erkennst du Hitzewallungen

Hitzewallungen dauern gewöhnlich zwischen 30 Sekunden und 3 Minuten, in Ausnahmefällen auch länger. Dabei sind die Symptome unterschiedlich:

  • Viele Frauen nehmen Hitzewallungen als ein vorübergehendes Wärmegefühl an Hals, Nacken, Brust, Rücken und Oberarmen
  • Manchmal rötet sich auch die Haut und es kommt zu starkem Schwitzen (2).
  • Unangenehmer Druck im Kopf oder im Bauch, Unruhe und Übelkeit.
  • Herzklopfen, Herzrasen sowie Schwindel können hinzukommen (4).
  • Auch von Kältegefühl und Schüttelfrost nach der Hitzewallung wird berichtet.

Es ist also mehr als klar, dass für viele Frauen Hitzewallungen sehr belastend sind und die tägliche Lebensqualität einschränken.

Studie: Akupunktur und Yoga helfen gegen Hitzewallungen

Um herauszufinden, was gegen Hitzewallungen hilft, haben Forscher in den USA im vergangenen Jahr drei Studien verglichen. Dabei konzentrierten sie sich auf Methoden, bei denen keine Medikamente verabreicht werden.

Die Wissenschaftler wollten herausfinden, wie wirksam Yoga und Akupunktur gegen Hitzewallungen sind. Dafür analysierten sie drei randomisierte, kontrollierte Studien – zwei Akupunkturstudien sowie eine Yoga-Studie und führten sie zusammen. An allen drei Studien nahmen Frauen in der Perimenopause oder Postmenopause teil, die alle im Durchschnitt unter mindestens 4 Hitzewallungen am Tag litten.

Eine weitere Gemeinsamkeit der untersuchten Studien: Alle Teilnehmerinnen wurden nach dem Zufallsprinzip entweder der Yoga- oder Akupunkturgruppe oder einer sogenannten Aufmerksamkeitsgruppe zugeordnet. In dieser erhielten die Frauen Scheinakupunktur oder besuchten Gesundheitskurse. Andere Probandinnen dagegen standen auf einer Warteliste, sie machten weder Yoga, noch erhielten sie eine Behandlung mit Akupunktur oder Scheinakupunktur.

Das Ergebnis: In den getesteten Zeitraum von acht Wochen waren Yoga, Akupunktur (beziehungsweise die entsprechenden Scheinbehandlungen) klarer Sieger vor den Frauen auf der Warteliste. Im Schnitt gingen die Hitzewallungen der Teilnehmerinnen in Behandlung um 35 bis 40 Prozent zurück (5). Ein erfreuliches Ergebnis und eine echte Motivation, Dich zu einem Hormonyoga-Kurs anzumelden!

 

(1) Sturdee DW, et al. The menopausal hot flush: a review. Climacteric. 2017; 20(4),296-305.

(2) Rossmanith WG, et al. Neuroendokrinologie der Menopause: Wie entstehen Hitzewallungen? Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2009;3(3):29-38.

(3) Schiessl K. Perimenopausale Hitzewallungen. Gynäkologie. 2014;5:6-11.

(4) Apperger C. Wechseljahre, Stuttgart: Deutscher Apotheker-Verlag; 2017: 26.

(5) A pooled analysis of three studies of nonpharmacological interventions for menopausal hot flashes, Avis NE et.al., Menopause 2018 Oct 22